Gemeinderat soll mit 1/3 der Stimmen Prüfauftrag an Stadtrechnungshof erteilen können.
Der Stadtrechnungshof hat in seinem jüngsten Prüfbericht auf ein Versäumnis hingewiesen: Die Stadt St. Pölten hat von insgesamt 5 Unternehmen insgesamt rund 240.000 Euro zu wenig Kanalgebühren eingehoben. Es ist leider nicht das erste Mal ist, dass fehlende Kontrollmechanismen zu einem finanziellen Verlust für die Stadt führen. Wir Grüne erneuerten daher im Gemeinderat vom 18.03.2024 unsere Forderung, dass der Gemeinderat bereits mit 1/3 der Stimmen einen Prüfauftrag an den Stadtrechnungshof erteilen können soll. Die SPÖ-Mehrheit lehnte ab.
Nicht nur wurden fünf Betrieben insgesamt rund 240.000 Euro zu wenig verrechnet, sondern anderen Betrieben knapp 40.000 € zu viel. Es geht um einen Einnahmeverlust für die Stadt von mindestens 200.000 Euro, der sogar noch höher ausfallen könnte, wenn die Betriebe die zu viel verrechneten Gebühren zurück verlangen.
Das sind 200.000 Euro, die der Stadt nun fehlen – für dringend notwendige Arbeiten am Kanalnetz, für die diese Mittel per Gesetz zweckgebunden sind. Das hat auch der Rechnungshof bereits in seinem Prüfbericht 2018 thematisiert: Dort wurde festgestellt, dass St. Pölten Einnahmen aus Kanalgebühren in den regulären Gebührenhaushalt umgeschichtet und somit nicht ihrer gesetzlich vorgeschriebenen Verwendung zugeführt hat.
„Wenig verwunderlich ist in diesem Zusammenhang auch, dass die SPÖ gegen einen entsprechenden Oppositionsantrag gestimmt hat, der vorsah, Prüfaufträge an den Stadtrechnungshof nicht nur per Mehrheitsbeschluss, sondern auch per 1/3-Beschluss im Gemeinderat erteilen zu können“, so Gemeinderat Paul Purgina.
Gerade vor dem Hintergrund, dass die Stadt dem Rechnungshof eine jährliche Gebührenkalkulation zugesagt hat, ist es ein politisches Versäumnis, keine entsprechenden Kontrollmechanismen eingerichtet zu haben. Jetzt, Jahre später, bekommen wir die Rechnung für dieses Versäumnis präsentiert. Eine teure Rechnung.
Dabei ist es nicht das erste Mal ist, dass fehlende städtische Kontrollmechanismen zu einem finanziellen Verlust für die Stadt führen. Erst 2023 wurde der Fall eines Mitarbeiters publik, der Geld aus der Stadtkasse entwendet hatte. Auch hier hätten entsprechende Kontrollmechanismen das Problem früher aufdecken können.
Opposition braucht mehr Kontrollrechte!
“Darüber hinaus gibt es weitere Fälle, in denen das absolutistische Selbstverständnis der SPÖ dazu führt, auf einem Auge wegzuschauen. Sei es bei Kostenexplosionen bei Bauprojekten – wie beim Flederhaus oder der Domplatz-Terrasse – oder beim beharrlichen Ignorieren von Empfehlungen des Stadtrechnungshofes wie bei der Lustbarkeitsabgabe. Eine Stärkung der Kontrollrechte der Opposition erscheint vor dem Hintergrund der aktuellen Ereignisse mehr als angebracht. Natürlich kann auch die Opposition immer etwas übersehen, aber acht Augen, die hinschauen, sehen deutlich mehr als zwei, die wegschauen.“
Wir Grüne erneuerten daher in der Gemeinderatssitzung vom 18.März 2024 unsere Forderung, dass der Gemeinderat bereits mit 1/3 der Stimmen einen Prüfauftrag an den Stadtrechnungshof erteilen kann und stellten eine Anfrage zum Umsetzungsstand der Empfehlungen des Rechnungshofes.
Die SPÖ-Mehrheit lehnte ab.
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