Wo bleibt die Baumschutz-Verordnung für St. Pölten?

Die St. Pöltner SPÖ-Stadtregierung blockiert seit 1.000 Tagen eine Baumschutz-Verordnung für wertvolle städtische Bäume. Mit einer Schilderaktion fordern wir , dass dieses Thema endlich angegangen wird!

Die Rekordhitze dieses Sommers hat deutlich vor Augen geführt: Bäume sind nicht nur für die Umwelt von enormer Bedeutung, sondern auch für den Menschen! Wenn das Thermometer mehr als 30 Grad zeigt, zieht es uns nicht zu heißen, betonierten Asphaltwüsten, sondern zu kühlen Plätzen mit schattenspendenden Bäumen. Leider sind in den letzten Jahren in St. Pölten viele Bäume dem unkontrollierten Zubetonieren unwiederbringlich zum  Opfer gefallen.

Wir Grüne fordern daher unverzüglich Maßnahmen, um den wertvollen Baumbestand in St. Pölten zu schützen. Vor bald 1.000 Tagen haben wir im Gemeinderat eine Baumschutz-Verordnung beantragt. Ebenso lange blockiert die SPÖ-Stadtregierung diesen wichtigen Schutz der städtischen Bäume.

Wie es momentan um den Baumschutz bestellt ist

Die Stadt St. Pölten streicht gerne ihre Bemühungen für den Umweltschutz hervor. In der konkreten Umsetzung wird der Schutz der Umwelt jedoch permanent wirtschaftlichen und verkehrlichen Interessen untergeordnet, immer mehr Bäume fallen dem St. Pöltner Bauboom zum Opfer.

Das Niederösterreichische Naturschutzgesetz bietet Gemeinden explizit die Möglichkeit, eine Baumschutzverordnung sowohl für privaten wie auch öffentlichen Grund zu erlassen – eine Möglichkeit, welche die Stadt St. Pölten unbedingt wahrnehmen muss.

Baumschutz-Verordnung-St.Poelten: Walter Heimerl-Lesnik und Christian Engel-Unterberger präsentieren Schild 'Schützen wir die Grüne Lunge unserer Stadt"

Gemeinderat Walter Heimerl-Lesnik und Stadträtin Christina Engel-Unterberger

Das fordern wir

Für uns ist wichtig, dass die Baumschutzverordnung nicht nur leere Worthülsen enthält, sondern tatsächlich verbindliche Kriterien definiert. Für uns hat eine Baumschutzverordnung daher folgende Eckpfeiler zu enthalten:

  • Ein Verbot, Bäume zu fällen, auszugraben oder sonst wie zu entfernen
  • Ein Verbot, Bäume durch chemische, mechanische oder andere Einwirkungen zu beschädigen
  • Ausnahmen von diesen Verboten müssen einer Bewilligungspflicht unterliegen und dürfen nur aufgrund triftiger Gründe erteilt werden
  • Wenn ein Baum entfernt wird, muss eine Ersatzpflanzung in Form von 5 neuen Jungbäumen vorgenommen werden, davon mindestens eine auf demselben Grundstück.

SPÖ blockiert den Baumschutz in St. Pölten seit fast 1.000 Tagen

Zeitungsausschnitt zum Thema Baumschutz in St. Pölten

Zeitungsausschnitt zum Thema Baumschutz in St. Pölten

Warum es wichtig ist, Bäume zu erhalten

Fabian Schindelegger, Vorstandsmitglied der Grünen St. Pölten

Fabian Schindelegger, Vorstandsmitglied

„Bäume – vor allem große – sind für unser Klima extrem wichtig. Sie sind Lebensraum und Nahrungsquelle für zahlreiche Tiere, sie sind Wind- und Lärmschutz und sie verbessern die Funktonen des Bodens. Sie sind als Schattenspender und essenziell für das sogenannte „Mikroklima“. Ein einziger ausgewachsener Laubbaum kühlt seine Umgebung um bis zu 5 Grad. Jungbäume können das erst nach Jahrzehnten, weil dafür die Zahl der Blätter ausschlaggebend ist.

Daher sind auch Ersatzpflanzungen nicht ausreichend, sondern der vorhandene Baumbestand muss mit allen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten bewahrt werden.”

Vorbilder für St. Pölten

Nicht nur zahlreiche kleinere Gemeinden, sondern auch größere Städte wie Wiener Neustadt oder Klosterneuburg haben in den letzten Jahren eigene Baumschutzverordnungen  beschlossen.

Wen man den Blick über die Landesgrenzen Niederösterreichs hinaus richtet, ist als prominentestes Beispiel Wien zu nennen, wo es sogar ein eigenes Baumschutzgesetz gibt, welches sehr umfassende Regelungen für den Erhalt von Baumbestand definiert. Die Landeshauptstädte Graz und Salzburg besitzen ebenfalls Baumschutzverordnungen.

Wir werden dran bleiben und bohren weiter harte Bretter, statt gesundes Holz umzuschneiden. Für ein nachhaltiges und klimafittes St. Pölten!

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