Bürgerinitiative „Bodenschutz St. Pölten“ präsentiert erste Erfolge und nächste Schritte
Eine von der Bürgerinitiative “Bodenschutz St. Pölten” initiierte Petition sammelte binnen weniger Wochen fast 10.000 Unterschriften gegen die geplante Versiegelung von 17 Hektar Ackerland im Süden St. Pöltens. Auf der neben der Traisen liegenden Fläche soll ein Lager für den REWE-Konzern errichtet werden. Das Gebiet wurde vom September-Hochwasser fast vollständig überschwemmt. Die Initiative präsentierte bei einer Pressekonferenz am 20. November in St. Pölten ihre Petition und forderte erneut die Rückwidmung und Freihaltung als Versickerungsfläche.
Schon fast 10.000 Unterschriften für die Freihaltung von Hochwasser-Rückhalteflächen
„Über 9.700 Menschen haben unsere Petition bereits unterstützt, sie kann bis Ende Dezember weiter unterschrieben werden. Aber wir haben bereits jetzt Terminanfragen an die Verantwortlichen gestellt, um keine Zeit zu verlieren“, so Romana Drexler, Sprecherin der Initiative, bei der Pressekonferenz am Mittwoch, 20. November 2024 im Gasthaus Roter Hahn in St. Pölten.
Unterstützt wurde sie am Podium von Dr. Jürgen Komma, Experte für Hydrologie, Mag. Wolfram Schachinger, Rechtsanwalt für Umwelt- und Raumordnungsrecht und Mag. (FH) Christina Engel-Unterberger, Stadträtin und Sprecherin der Grünen St. Pölten.
Die Petition soll an Landeshauptmann-Stellvertreter Stephan Pernkopf, Bürgermeister Matthias Stadler und REWE-Vorstand Marcel Haraszti persönlich übergeben werden
Engagement zeigt erste Wirkung: ein Teil der Fläche muss rückgewidmet werden!
“Ein wichtiger Zwischenerfolg unserer Bemühungen, darunter eine Aufsichtsbeschwerde an das Land Niederösterreich, ist die Anordnung der Aufsichtsbehörde, dass ein Teil der von der Verbauung bedrohten Flächen künftig wieder als Grünland umgewidmet werden muss. Sie liegen im Bereich eines 30-jährlichen Hochwassers (HQ30) und eines 100-jährlichen Hochwassers (HQ100) und weisen keinen ausreichenden Hochwasserschutz auf”, erklärt Grünen-Stadträtin Christina Engel-Unterberger.
Engel-Unterberger und Romana Drexler betonen: „Dieser Teilerfolg ist aber nur ein erster Schritt. Wir arbeiten dafür, dass auch die restlichen Flächen, die durch das geplante Logistikzentrum bedroht sind, langfristig unverbaut bleiben. Denn der beste Hochwasserschutz ist ein natürlicher Hochwasserschutz. Daher müssen diese Flächen als Versickerungsflächen erhalten bleiben und sollten nicht bebaut werden“.
Der beste Hochwasserschutz: ein natürlicher Hochwasserschutz ohne Bebauung.
„Die effizienteste Maßnahme ist, die Flächen unbebaut zu lassen.”, betonte der Hydrologe Dr. Jürgen Komma bei der Pressekonferenz.
“Die geplanten Hochwasserschutzmaßnahmen in Form von Mulden schützen nur das Baugebiet selbst und bringen keine Verbesserung für die umliegenden Gebiete. Ereignisse größer HQ100 könnten das geplante System überlasten und zu einer Überflutung des gesamten Geländes einschließlich des REWE-Logistikzentrums führen. Die Bebauung solcher Flächen erhöht nicht nur das Risiko von Sachschäden, sondern erfordert im Hochwasserfall auch den Einsatz erheblicher Ressourcen, die dann woanders fehlen oder gar nicht vorhanden sind”.
Die Grünen St. Pölten positionieren sich als Einzige klar
“Wir kritisieren vor allem die geplante Versiegelung von 17 Hektar Ackerland, wodurch wertvolle Retentionsflächen unwiederbringlich verloren gehen”, erklärt Stadträtin Engel-Unterberger.
„Das Hochwasserereignis hat die Risiken des Projektes allen deutlich gemacht. REWE sollte sich gut überlegen, ob es sinnvoll ist, ein Logistikzentrum in ein Hochwassergebiet zu bauen. Die fachliche Einschätzung sagt klar: Wenn es zu einem Hochwasser über HQ100 kommt, steht das Lager unter Wasser.”
Weitere Kritikpunkte aus politischer Sicht:
Initiative „Bodenschutz St. Pölten“ wird Petition übergeben und hartnäckig weiter kämpfen
Romana Drexler kündigte an, dass die Petition in den kommenden Wochen an die Entscheidungsträger übergeben wird:
„Wir werden nicht nachlassen, bis diese Pläne gestoppt und die Retentionsflächen langfristig gesichert sind. Das Hochwasser im September hat uns allen deutlich gezeigt, wie wichtig diese Flächen sind.“

Medienberichte in Folge der Pressekonferenz
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