Stadt will Schulgarten samt 5 Bäumen für Parkplätze opfern.

In der Gemeinderatssitzung am 29.4.2024 kommt es zu einer weiteren Nagelprobe für die Stadt St. Pölten: sind „Klimapionierstadt“ und „green cool city“ nur gut klingende Etiketten für eine rückwärtsgewandte Kommunalpolitik?

Der neue „Grillparzer Musik- und Kunstschulcampus“ steht kurz vor der Fertigstellung. Damit die Kinder bequem zwischen Volksschule und Musikschule wechseln können, soll dieser Abschnitt der Grillparzerstraße verkehrsberuhigt werden. Dadurch würden einige Autoparkplätze wegfallen. Doch die Stadt hat schnell eine Lösung gefunden – und die soll im April-Gemeinderat beschlossen werden.

Noch mehr Asphalt statt Grün- und Bewegungsräume für Kinder?

Plan Grillparzer-Schulgarten / Parkplatz

Zwischen Volksschule und Josefstraße gibt es noch eine nicht asphaltierte Fläche! Die insgesamt 700 m² große Wiese liegt zur Hälfte im Schulgarten und bietet sich aus der Lenkradperspektive als Parkplatz geradezu an. So kann das Elterntaxi die Kinder bequem bis vor die Schultür kutschieren, argumentiert – im Ernst – die Stadt. Hieß es nicht mal, es sei gesund, wenn die Kinder wenigstens ein paar Schritte zu Fuß zur Schule gehen?

Mit dem Parkplatz würde der einzige sonnige Teil des Schulgartens zubetoniert und zu einem weiteren Hitzespeicher werden. Doch das scheint in der „Klimapionierstadt“ St. Pölten keine Rolle zu spielen, obwohl gerade im Gebiet rund um die Josefskirche die Bodenversiegelung durch Straßen und Parkflächen besonders weit fortgeschritten ist.

Bei der Gelegenheit soll auch gleich die Fahrspur der Josefstraße vor der Grillparzerschule verbreitert werden. Ob auch das dem in politischen Sonntagsreden gerne zitierten “Schwammstadtprinzip” dient?

Grüner Änderungsantrag im Gemeinderat

Außerdem sollen 5 Bäume für die Autoabstellplätze direkt vor den Klassenfenstern gefällt werden. In der „green cool city“ St. Pölten? Und ausgerechnet in der „Umweltverbundachse Josefstraße“? Ironischerweise prangt am Zaun des Schulgartens – noch – ein „Natur im Garten“-Schild, mit der Aufschrift „Gesund halten, was uns gesund hält“…

Die neue Parkplatzeinfahrt aus der Josefstraße würde die Gefährdung der Kinder durch den Autoverkehr direkt vor den Hauptzugang der Schule verlagern.

Die Grünen haben im Bauausschuss von diesem Projekt erfahren, wo wir weder Rede- noch Stimmrecht haben. Wir werden daher im kommenden Gemeinderat einen Änderungsantrag einbringen, um zu versuchen, dieses Vorhaben noch abzuwenden.

Direkte Unterstützung für den Erhalt des Schulgartens ist dringend nötig, z. B. in Form einer Mail an den Bürgermeister (bitte in Kopie an office@gruenestp.at).

In der Zwischenzeit hat sich auch der Elternvereinder Grillparzer-Volksschule gegen das Parkplatzprojekt ausgeprochen und fordert in einer Online-Petition Fahrradabstellplätze für die Schüler, statt den Schulgarten den Autos zu opfern.

Einige Medien berichteten auch bereits über das Thema:

Das Grüne Gemeinderatsteam mit Transparent vor dem Grillparzer-Schulgarten

Das Grüne Gemeinderatsteam mit Transparent vor dem Grillparzer-Schulgarten

Ein Projekt, wie aus der Zeit gefallen

“Einmal mehr fragen wir uns, ob die vielen nachhaltig klingenden Strategien der Stadt St. Pölten das Papier wert sind, auf das sie geschrieben wurden? Während fortschrittliche Städte längst damit beschäftigt sind, Flächen zu entsiegeln, gehen in St. Pölten die Uhren noch ganz anders: die alleinregierende SPÖ opfert jeden Quadratmeter dem Diktat des Autoverkehrs. Im Jahr 2024 wirkt das Zubetonieren eines Schulgartens für einen Parkplatz wie aus der Zeit gefallen.”

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