Grüner Antrag erhält Zustimmung von SPÖ, FPÖ und NEOS

Schon länger kritisierten wir den übermäßigen und oft unsachgemäßen Einsatz von Streusalz an kalten und nebligen Tagen. Ausgehend von einer Greenpeace-Untersuchung des Streusalzeinsatzes in österreichischen Landeshauptstädten, in der St. Pölten nach Innsbruck den zweitschlechtesten Platz belegte, beantragten wir die Erarbeitung einer umfassende Winterdienstverordnung für St. Pölten, die auch den Streusalzgebrauch regeln sollte.

Dass eine Regelung der Salzstreuung in St. Pölten mehr als notwendig ist, zeigen auch exemplarisch einige Bilder aus den ersten Februartagen 2025. Sowohl von Privaten, gewerblichen Diensten als auch der Stadt selbst wurden und werden an zahlreichen Stellen in St. Pölten Auftausalze in einer Weise ausgebracht, in der sie im Anlassfall aufgrund Menge und Konzentration überhaupt nicht wirken können. Der Grundsatz “Viel hilft viel” ist bei Streusalz gerade nicht angebracht.

In der Gemeinderatssitzung vom 24.02.205 beantragten wir daher, dass der Magistrat St. Pölten in Zusammenarbeit mit den zuständigen Stellen eine umfassende Winterdienstverordnung erarbeitet. Diese soll flexible Maßnahmen bei extremer Glatteisbildung vorsehen und einen sparsamen, ökonomisch und ökologisch vertretbaren Einsatz von Auftau- und Streumitteln gewährleisten – umgesetzt durch eine Arbeitsgruppe, in der auch ein Mitglied der Grünen Fraktion vertreten ist.

Ergebnis: Unserem Antrag wurde die Dringlichkeit zuerkannt, er wurde somit auf die reguläre Tagesordnung gesetzt und dann von GRÜNEN, SPÖ, FPÖ und NEOS unterstützt und angenommen: ein großer Erfolg! Wir danken den genannten Fraktionen für die Unterstützung unseres gemeinsamen Anliegens!

Und danach soll alles ganz schnell gehen: schon in der ersten März-Woche wird eine St. Pöltner Abordnung mit Beteiligung der Grünen nach Wien reisen, um sich mit den dortigen Fachleuten über die Wiener Regelungen auszutauschen.

St. Pölten in der Streusalz-Analyse von Greenpeace

Zitate aus der Greenpeace-Studie “Österreichs Landeshauptstädte im Streusalz-Check“:

  • Das Argument, dass die Streusalzmenge rein witterungstechnisch bedingt ist, wird auch durch St. Pölten auf Platz zwei entkräftet: Die Niederösterreichische Landeshauptstadt mit durchschnittlich 57 Frosttagen in den letzten fünf Wintern verwendet im Schnitt pro Kilometer Straße etwa so viel Salz wie Salzburg, Klagenfurt und Eisenstadt zusammen.
  • Die Salzmenge pro Straßenkilometer – mit und ohne Gewichtung durch die Frosttage – ist hoch. Die Stadt St. Pölten hat in den letzten fünf Wintersaisonen auf einem Straßennetz von 372 Kilometern (sowie 98 km kombinierte Radwege und 264 km unbefestigte Straße) im Schnitt 1.114 Tonnen Streusalz verwendet. Das ergibt 3,0 Tonnen Salz pro Kilometer Straße bei durchschnittlich 57 Frosttagen.
  • Neben Natriumchlorid setzt St. Pölten im Schnitt auch 1.134 Tonnen Splitt ein. Greenpeace befürwortet grundsätzlich den Einsatz von Splitt, allerdings führt dieser in St. Pölten zu noch höheren Streumittelmengen.
  • Greenpeace begrüßt, dass in St. Pölten im Februar 2025 die Erstellung einer Winterdienstverordnung beschlossen wurde, um die Mengen an Streumittel künftig zu reduzieren. Vor dem Hintergrund des aktuell deutlich zu hohen Einsatzes, muss diese Verordnung umso ambitionierter ausfallen.

Streusalz: problematisch für Tiere, Pflanzen, Infrastruktur und die Umwelt insgesamt

25 Prozent des ausgebrachten Streusalzes wird durch den Wind verweht und landet oft hunderte Meter entfernt in Böden und Gewässern. Gestreut wird oft auch nicht nur akut bei Schneefall oder Eisregen, sondern oft auch “vorbeugend” Gefahr von Reif oder Glatteis – und da viel zu viel.

Salz verdichtet den Boden und der Sauerstoffgehalt verschlechtert sich. Nicht nur Obstbäume leiden darunter, sondern auch klassische Stadt-Alleebäume wie Linden, Ahörner, Rosskastanien und Platanen. Sie bekommen braune oder gekräuselte Zweigspitzen, Blattränder treiben im Frühjahr später aus und verlieren früher die Blätter im Herbst.

Haustiere wie Hunde leiden unter den Salzmengen auf den Wegen, denn es reizt die Pfoten. Was viele nicht wissen: das Salz lockt in der dunklen Jahreszeit Wildtiere auf die Straßen. Damit steigt nicht nur die Gefahr von Zusammenstößen mit Fahrzeugen, auch auch für die Wildtiere selbst ist das Salz schädlich.

Streusalz erhöht die Korrosionsgefahr bei Straßeninfrastruktur von Hydranten bis zu Brücken – und natürlich auch bei Autos.

Streusalz: Was tun?

Eine wirklich perfekte Alternative zu Streusalz gibt es leider nicht. Splitt erhöht die Feinstaub-Belastung und ist auf Radwegen und stark befahrenen Straßen nicht gut verwendbar. Meist genügt das Räumen , um für Sicherheit zu sorgen.

Dass es auch weitestgehend ohne Streusalz geht, zeigen schon einige Städte und Gemeinden in Österreich. So gibt es etwa in Graz, Wels, Villach, Salzburg, Attersee, Tulln oder St. Andrä-Wördern bereits Verbote beziehungsweise starke Einschränkungen.

Wichtig ist, so wenig wie möglich zu streuen und nur dort, wo es wirklich nötig ist. Ein umweltfreundlicher Winterdienst sollte auf ein Minimum an Streusalz setzen und sich an den tatsächlichen Bedürfnissen orientieren. Genau in diese Richtung ging unser Dringlichkeitsantrag.Wir werden über die erarbeitete Winterdienstverordnung berichten.

Die Greenpeace-Petition kann noch unterstützt werden!

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