Beim größten Bevölkerungszuwachs von Österreichs Städten kann die Infrastruktur nicht mithalten
Die Stadt wuchs um 2,13 % – Ende 2023 lebten 1.225 Menschen mehr in St. Pölten als zu Jahresbeginn. Doch muss auch die nötige Infrastruktur diesem Wachstum folgen. Sonst verkommen neue Wohnbauten zu Wohn- und Schlafghettos, die zwar möglichst hohe Gewinne für die Bauträger und für die Gemeinde höhere Einnahmen aus dem Finanzausgleich bringen, aber ihre gesellschaftspolitische Funktion nicht erfüllen. Noch mehr Autoverkehr und soziale Brennpunkte der Zukunft wären damit vorprogrammiert.
Und St. Pölten wird auch in Zukunft weiterwachsen – auf dem WWE-Gelände südlich des Viehofner Sees und bei den Projekten Glanzstoff/Glanzstadt könnten bald weitere mehr als 1.000 Wohnungen entstehen.
Der Bevölkerungszuwachs ist u.a. auf die gute Bahnverbindung mit Wien, die im Vergleich zur Bundeshauptstadt noch günstigen Wohnpreise und die gezielte Bewerbung St. Pöltens als Wohnstandort zurückzuführen.
Die Kapazitäten der Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung sind noch ausreichend, der öffentliche Verkehr hält jedoch mit dem rasanten Wachstum der Landeshauptstadt nicht Schritt. In vielen neuen Siedlungsgebieten – etwa in Hart, Pottenbrunn oder am Eisberg – ist das Angebot so schlecht, dass die Menschen praktisch auf den privaten PKW angewiesen sind, zumal die Stadt bisher keine Anstrengungen unternommen hat, ein entsprechendes Car-Sharing-Angebot zu etablieren. Außer Supermärkten mit riesigen Parkplätzen gibt es auch keine Ideen, wie man die Infrastruktur des täglichen Bedarfs in diesen Wohngebieten unterbringen könnte.
St. Pölten verpasst hier die Chance, tatsächlich eine Stadt der kurzen Wege zu werden und wirklich innovativen Wohn- und Lebensraum zu schaffen. Eine Stadt der kurzen Wege muss multifunktionale Räume schaffen, die Wohnen, Arbeiten, Bildung, Einkaufen und Freizeit miteinander verbinden.
Wir brauchen verbindlichen Qualitätskriterien für zukunftsfähigen Wohnbau!
“Wir erneuern daher unsere Forderung nach der Entwicklung von verbindlichen Qualitätskriterien für zukunftsfähigen Wohnbau. In St. Pölten soll nur gebaut werden, was langfristig Qualität bietet:
- multifunktional,
- leistbar,
- barrierefrei,
- sozial durchmischt,
- energieeffizient,
- mit gutem Angebot an öffentlichem Verkehr und für aktive Mobilität,
- und mit Lebensqualität durch Frei- und Grünflächen sowie Gemeinschaftseinrichtungen.”
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